Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl
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Kloß im Hals, Globusgefühl

Auf dieser Seite finden Sie Informationen

zum Kloß im Hals allgemein

Zu typischen Lokalisationen von Kloß im Hals


Die Qual im Hals

Der "Kloß im Hals" oder "Knödel im Hals" (medizinisch: "Globusgefühl") kommt sehr häufig vor. Manchmal wird auch statt von einem Kloß im Hals von einem Fremdkörpergefühl im Hals berichtet ("wie wenn da was drin steckt, was sich nicht vom Fleck bewegt"), oder von einem Stück Schleim oder Spucke, das nicht weichen will.

Als Außenstehender kann man sich kaum vorstellen, wie intensiv und verzweifelt man unter einem "Kloß im Hals" leiden kann. Die Kloß-Empfindung kann die Menschen so beherrschen, dass sie kaum an etwas anderes denken können. Manche leiden deswegen unter Schlafstörungen, haben Angst zu ersticken, sind völlig überreizt und sogar manchmal dem Selbstmord nahe. Außerdem leiden sie unter dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden - weder von ihren nächsten Bezugspersonen noch von den Ärzten.


Die Arztodyssee bei Kloßgefühl im Hals

Wenn das Gefühl von Kloß im Hals erstmals auftritt, ist es natürlich richtig, zunächst fachärztlich abklären zu lassen, ob diesen Beschwerden nicht tatsächlich eine organische Ursache zugrunde liegt. Das kann z.B. eine Schilddrüsenvergrößerung sein. Meist leiden die Betroffenen, bevor sie sich an uns wenden, aber schon seit Monaten und Jahren unter ihrem Kloß im Hals. Und sie haben eine lange Arztodyssee hinter sich, bei der x-mal mit allen möglichen Methoden der Hals innen untersucht wurde, jeweils ohne irgendwelches Ergebnis.

Der Ablauf ist immer der gleiche: die Patienten sind davon überzeugt, dass in ihrem Hals etwas sein muss, was die "Kloß-im-Hals-Empfindung" auslöst, der Arzt aber findet nichts. Die Ärzte meinen oft, die Patienten müssten sich darüber freuen, dass sie nichts Schlimmes haben. Das Gegenteil aber ist der Fall: sie leiden darunter, dass niemand die Ursache ihrer schlimmen Beschwerden findet.


Die Psychosomatik bei Kloßgefühl im Hals

Da die Ärzte bei den Halsuntersuchungen den "Kloß" im Hals nie finden, stellen sie schließlich die Diagnose "psychosomatische Störung", der kein organisches Substrat zugrunde liegt. Die Patienten aber sträuben sich gewöhnlich vehement gegen diese Diagnose. Selbst wenn ihnen selbst schon aufgefallen ist, dass ihr Kloß im Hals unter psychischen Belastungen stärker wird, spüren sie doch deutlich, dass das Körperliche ihrer Beschwerden nicht eingebildet, sondern real ist. Sie wollen nicht auf die Psychoschiene.

Die Psychoanalyse hielt den "Kloß im Hals" schon früh für eine psychische Störung. Schon zu Freuds Zeiten wurde dafür der Terminus "Globus hystericus" geprägt. Das sollte besagen, dass der oder besser die betroffene Person (denn Hysterie galt meist als weibliche Störung) sexuelle Probleme hat, die er/ sie verdrängt und unbewusst nach oben in die andere Körperöffnung verschiebt. Diese Theorie kommt uns heute eher komisch vor.
Woher aber kommt dann die Kloßempfindung dann?


Die Entdeckung: Die Kloßempfindung kommt von außen!

Kloß im Hals, GlobusgefühlUnserer Erfahrung nach ist der Kloß im Hals ein Paradebeispiel dafür, dass verspannte Muskeln und Bindegewebe / Faszien oft nicht dort gespürt werden, wo sie sich befinden, nämlich außen am Körper, sondern stattdessen eine beunruhigende innere Wahrnehmung erzeugen können. Die Stelle, von der die Kloßempfindung ausgeht, kann man nämlich mithilfe der Patienten finden. Sie können die Stelle, wo ihr Kloß sich tief innen im Hals befindet, meist ganz genau von außen zeigen. An dieser Stelle kann man als Therapeut von außen Verdickungen und Verhärtungen im Bindegewebe / Faszien von Haut und Unterhaut und/oder an den Halsmuskeln spüren.

Behandelt man Bindegewebe / Faszien und Muskeln an dieser Stelle (die weiter oben oder weiter unten am Hals sein kann) verschwindet das Kloßgefühl! Und nicht nur das: Meist fühlen sich die Patienten danach insgesamt erleichtert und werden extravertierter und redseliger. Die psychische Beeinträchtigung schwindet.

Das heißt also: Die Patienten haben tatsächlich eine körperliche Störung, nur ist sie nicht innen sondern außen zu finden. Die Ärzte wussten von dieser Möglichkeit nur nichts, sonst hätten sie sie auch finden können.


Der Kloß und das Bindegewebe

Gerade das äußere Bindegewebe / Faszien macht oft Störungen, die sich anfühlen, als kämen sie von innen. Das ist an anderen Stellen des Körpers genauso. Ob bei Kniebeschwerden oder funktionellen Herzbeschwerden: die Beschwerden fühlen sich an, als kämen von ganz tief innen, aber sie kommen von ganz außen. Inzwischen wissen wir Sensomotorischen Körpertherapeuten schon: wenn ein Patient deutlich betont, dass seine Beschwerden von ganz tief innen kommen, müssen wir ganz außen in der Haut behandeln, um sie zum Verschwinden zu bringen. Beim Hals ist es genauso: die meisten Halsklöße kommen aus der oberen Hautschicht!

Verspanntes Bindegewebe / Faszien am Hals vorn erzeugt häufig auch andere Hals-Beschwerden wie Reizhusten und -Räuspern, Angstgefühl im Hals, Luftnot im Hals. Meist ist allerdings nicht nur die Stelle verspannt, wo der Patient seinen Kloß zeigt, sondern es gibt ringsum schwächere Verspannungen im Bindegewebe / Faszien und in den Muskeln. Und es gibt oft ein (Ver-)Spannungsmuster im übrigen Körper. Außer dem Bindegewebe / Faszien der Haut und Unterhaut sind vor allem die vorderen Halsmuskeln betroffen.


Typische Lokalisationen von Kloß im Hals

Prinzipiell kann sich ein Kloß im Hals überall am Hals vorn unangenehm bemerkbar machen. Je nach beteiligter Muskulatur spürt man den Kloß aber an verschiedenen Stellen:

 

Ausgebildete Therapeuten, die Beschwerden wie "Kloß im Hals" behandeln können, finden Sie auf der Therapeutenliste - ganz sicher auch in Ihrer Nähe!

 

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